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Privatkunden08. September 2026

Riester 2027: Was sich für Privatkunden ändert

Von 3er-Versicherungsmakler

Riester 2027: Was sich für Privatkunden ändert

Das Wichtigste vorab

Am 1. Januar 2027 startet die nächste Generation der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge. Die klassische Riester-Rente wird durch ein neues Modell ersetzt, das deutlich einfacher, günstiger und flexibler werden soll. Bundestag und Bundesrat haben die Reform bereits beschlossen.


Warum wird die Riester-Rente abgelöst?

Die 2002 eingeführte Riester-Rente galt vielen Verbrauchern als zu kompliziert, zu teuer und zu unflexibel. Die Verwaltungskosten waren hoch, die Regelungen schwer verständlich, und nur ein kleiner Teil der Beiträge durfte risikoorientiert angelegt werden. Hohe Renditen waren so kaum möglich. Seit 2018 sinkt die Zahl der Verträge — Ende 2024 gab es noch knapp 15 Millionen, davon wurden geschätzt 20 bis 25 Prozent gar nicht mehr bespart.

Die Reform soll nun Schluss machen mit den Schwächen des alten Systems.


Die wichtigsten Änderungen für Privatkunden

1. Ein neues Standardprodukt für alle

Jede Bank, Sparkasse und Versicherung muss künftig ein leicht verständliches Standardprodukt anbieten. Damit wird der Einstieg in die private Vorsorge deutlich einfacher und transparenter.

2. Mehr Flexibilität bei der Geldanlage

Die starre Beitragsgarantie wird aufgeweicht. Es wird drei Varianten geben:

  • 100 % Garantie — für sicherheitsorientierte Sparer, bei denen die eingezahlten Beiträge garantiert zurückgezahlt werden.
  • 80 % Garantie — ein Mittelweg mit höherer Renditechance.
  • Keine Garantie — das volle Kapitalmarktpotenzial, beispielsweise über Aktien.

Damit können die Anbieter Beiträge gewinnbringender am Kapitalmarkt anlegen.

3. Geringere Kosten

Die Effektivkosten im Standarddepot werden auf maximal 1 % pro Jahr gedeckelt. Abschlusskosten werden über die gesamte Vertragslaufzeit gestreckt — das senkt die Hürde beim Wechsel zwischen Anbietern.

4. Neue, höhere Förderung

Die bisherige Grundzulage von 175 Euro pro Jahr wird durch eine proportionale Zulage ersetzt:

  • 50 Cent pro eingezahltem Euro bis zu einem jährlichen Eigenbeitrag von 360 Euro — maximal 180 Euro Zulage.
  • 25 Cent pro Euro für Einzahlungen zwischen 360 und 1.800 Euro — weitere bis zu 360 Euro Zulage.
  • Die maximale Förderung liegt somit bei 540 Euro pro Jahr.

Besonders für Sparer mit kleinen monatlichen Beiträgen lohnt sich das: Wer monatlich 30 Euro einzahlt, erhält bereits die höchste prozentuale Förderung.

5. Berufseinsteiger-Bonus

Wer vor seinem 25. Geburtstag einen Altersvorsorgevertrag abschließt, erhält einmalig 200 Euro extra.

6. Familienförderung

Die volle Kinderzulage von 300 Euro pro Jahr gibt es künftig bereits ab einem monatlichen Sparbeitrag von 25 Euro.

7. Erweiterter Kreis der Förderberechtigten

Bisher hatten vor allem abhängig Beschäftigte Zugang zur Riester-Förderung. Künftig sind auch Selbstständige sowie Pflichtmitglieder berufsständischer Versorgungswerke (z. B. Ärzte) förderberechtigt.


Was passiert mit bestehenden Riester-Verträgen?

Für alle Altverträge gilt Bestandsschutz. Sie haben drei Möglichkeiten:

  1. Den alten Vertrag unverändert beibehalten.
  2. Den Vertrag im Einvernehmen mit dem Anbieter anpassen.
  3. In das neue Modell wechseln — ohne die bisherige Förderung zurückzahlen zu müssen.

Beim Wechsel können jedoch Wechsel-, Abschluss- und Vertriebskosten anfallen.


Was bedeutet das für Sie?

Die Reform bringt mehr Transparenz, niedrigere Kosten und höhere staatliche Anreize — besonders für Familien und Sparer mit kleineren Beiträgen. Gleichzeitig eröffnen die neuen Anlagevarianten erstmals echte Renditechancen über den Kapitalmarkt.

Ob sich ein Wechsel vom alten in das neue Modell für Sie persönlich lohnt, hängt von Ihrem individuellen Vertrag, Ihren Kosten und Ihren Anlagezielen ab.

Wir beraten Sie gerne. Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin — wir prüfen Ihren bestehenden Vertrag und zeigen Ihnen, ob und wie Sie von der Reform 2027 profitieren können.

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